Schulprogramm- und Leitbildentwicklung am Kardinal-von-Galen Gymnasium


Anlass zum Aufbruch

Gesellschaft, Schule und Schulpolitik sind momentan ständig im Umbruch. Den Lehrkräften fehlt es im stressigen Schulalltag an Orientierungen. Die Öffentlichkeit – z. B. viele Eltern – ist in der Einschätzung der Qualität der Schulen häufig verunsichert. Wir vom KvG Gymnasium müssen und möchten vor diesem Hintergrund unseren Standort auch in Abgrenzung zu anderen Schulen klären. Hierzu dient uns die aktuelle Arbeit am Schulprofil und Schulprogramm: „Ein Schulprogramm ohne Leitbild ist wie eine Reise ohne Ziel.“


Das Leitbild

Das Leitbild drückt das pädagogische Grundverständnis unserer Schule aus. In ihm werden in Kurzform die Grundideen formuliert, nach denen sich eine Schule ausrichten will – nach innen wie nach außen. Deshalb ist es dem Schulprogramm als eine Art Präambel vorgeschaltet. Denn das Leitbild ist ein Ausweis des eigenen Selbstverständnisses und ist ein Leistungsversprechen gegenüber den Schülerinnen und Schülern und deren Eltern. Es dient somit als Maßstab zur Bewertung unserer Arbeit: Das Leitbild ist unsere Vision von Schule


Das Schulprogramm

Das Schulprogramm ist der Arbeitsplan zur Umsetzung unseres Leitbildes. Durch eine konstruktive Schulprogrammarbeit werden das Kollegium und die ganze Schulgemeinde herausgefordert, über Grundfragen der Pädagogik und unseres pädagogischen Selbstverständnisses zu reden. Denn das Schulprogramm verstehen wir auch als Wertevereinbarung. Mit dem Schulprogramm nimmt sich unsere Schule nicht die gesamte Umgestaltung der Schule vor, sondern sie legt Entwicklungsschwerpunkte für einen überschaubaren Zeitraum, ein Programm zur Umsetzung von Zielen und konkreten Maßnahmen fest.

Uns ist wichtig, dass die Schulgemeinde (Lehrer – Schüler – Eltern – Träger) an der Leitbild- und Schulprogrammentwicklung beteiligt ist. Eine Schulgemeinde, die kontinuierlich am Schulprogramm gemeinsam arbeitet, erlebt dabei ein stärkeres Wir-Gefühl. Das erhöht die Identifikation mit der Schule.

Wir sehen somit das Schulprogramm nicht als „totes Papier in irgendeiner Schublade“, sondern als DAS zentrale Steuerungsinstrument, das von allen beteiligten Akteuren mitbestimmt wird und in dem Arbeitsvorhaben, Abläufe, Ziele, Zuständigkeiten und Evaluationsmöglichkeiten festgehalten werden.


Der Prozess und erste Ergebnisse

Zu Beginn dieses Schuljahres traf sich das Kollegium unter der Leitung von Herrn Dr. Norbert Korten (ILF Mühlheim) am 1. Pädagogischen Tag zum Thema „Leitbildentwicklung“.

Unser erster Arbeitsschwerpunkt war die Auseinandersetzung mit der Frage, was für das Kollegium Kennzeichen bzw. Indikatoren einer guten Schule sind. In einem sogenannten aufsteigendem Verfahren wurde die „Weisheit der Vielen“ genutzt um schlussendlich zusammenzufassen, was unserer Meinung nach die Bedingungen und das Ziel erfolgreichen, gelingenden Lernens sind:

„Wir wollen, dass unsere Schülerinnen und Schüler selbstständige, handlungsfähige und mündige Menschen mit demokratischem Werteverständnis werden, die aufgrund einer eigenen moralischen Identität Mut und Zivilcourage entwickeln können. In unserer Schule sollen sie darauf vorbereitet werden, indem sie Gemeinschaft erleben, Wissen erwerben, Verantwortung übernehmen und schließlich handeln können.“

Am Ende des Pädagogischen Tages formierte sich eine Gruppe, die den Auftrag erhielt, die Leitbild- bzw. Schulprogrammentwicklung zu steuern. Dazu gehörte es, die bisherigen Ergebnisse zusammenzufassen und diese dem Kollegium, den Schüler- und Elternvertretern vorzustellen.

Ebenso wie das Kollegium werden sich die Schülervertreter auf ihrem Klausurwochenende über die Indikatoren einer guten Schule austauschen. Auch die Eltern werden sich mit diesem Thema beschäftigen.

Mit Vertretern der Steuergruppe und der Schulleitung fand nun ein Treffen mit Dr. Korten statt, um den 2. Pädagogischen Tag zur Leitbildentwicklung vorzubereiten. Da sich Schule nicht nur am Unterricht misst, werden wir an unserem Kommunikations- und Kooperationsklima arbeiten – was wiederum Voraussetzung für guten Unterricht ist.

Ein weiteres Thema wird die Frage nach der Bedeutung unseres Namensgebers Kardinal von Galen und unseres christlichen Profils für unser pädagogisches Arbeiten sein.