Fahrtenprogramm / Klassenfahrten

Am Anfang und gegen Ende der Realschulzeit werden Klassenfahrten veranstaltet. Sie dienen der Findung und Festigung der Klassengemeinschaft. Durch interessante Ziele und Programme mit gemeinsamen Aktivitäten, ggf. auch durch die Übernahme kleinerer Verantwortlichkeiten sollen das Gemeinschaftsgefühl und die soziale Verantwortung in der Gruppe gefördert und das Selbstvertrauen gestärkt werden und natürlich auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Die gemeinsamen Erlebnisse sind oft noch viele Jahre in guter Erinnerung. Die Ziele und Programme werden von den verantwortlichen Lehrerinnen und Lehrern mit Schülerinnen und Schülern sowie Eltern abgesprochen.

Klasse 5/6: fünftägige Fahrt, z.B. auf eine Nordseeinsel wie Wangerooge, Norderney und Ameland, aber auch andere Ziele werden angesteuert.

Klasse 10: etwa einwöchige Studienfahrt, z.B. Skifreizeit, Surfcamp an der Ostsee, Auslandsaufenthalt in England, Gardasee/Italien etc.

Darüber hinaus gibt es noch folgende freiwillige Fahrten:


Schüleraustausch

Ein Schüleraustausch ist eine wichtige Erfahrung zur Entwicklung von interkultureller Handlungsfähigkeit und bietet die Möglichkeit, freundschaftliche Beziehungen zu knüpfen und Einblicke in das Leben des Partnerlandes zu bekommen. Dies führt zudem zu einer Vertiefung des gegenseitigen Verständnisses. Darüber hinaus gibt ein Schüleraustausch dem Fremdsprachenunterricht wertvolle Impulse, insbesondere im Hinblick auf die Sprachbeherrschung und den Erwerb landeskundlicher Kenntnisse. Die Schülerinnen und Schüler lernen das Leben in der Familie und in der Schule des Gastlandes kennen und erweitern ihre Sprachkenntnisse durch die Notwendigkeit, sich mit der Gastfamilie weitgehend in der Landessprache zu verständigen. Dies führt zu einer steigenden Motivation beim Erlernen der Fremdsprache, was auch deutlich im Unterricht nach der Austauschfahrt zu spüren ist.

Die Kardinal-von-Galen-Realschule und das Kardinal-von-Galen-Gymnasium führen seit vielen Jahren einen Schüleraustausch für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 und 8 mit der französischen Partnerschule St. Louis / St. Clément in Viry-Châtillon durch, das in der unmittelbaren Umgebung von Paris liegt. Die Aufnahme einer französischen Gastschülerin bzw. eines französischen Gastschülers ist die Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Austausch. Während der Woche in Frankreich sind die Schülerinnen und Schüler in französischen Gastfamilien untergebracht. Hier werden sie die französische Lebensweise kennenlernen. Sie haben die Gelegenheit, am Unterricht in der französischen Schule teilzunehmen. An mehreren Tagen wird die Möglichkeit genutzt, Paris und seine zahlreichen Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Neben der Chance, die Hauptstadt Frankreichs kennenzulernen, bietet der Schüleraustausch den Schülerinnen und Schülern die einzigartige Gelegenheit, die eigenen Französischkenntnisse in der Praxis zu erproben und zu erweitern. Nirgendwo lernt man eine Fremdsprache besser als im jeweiligen Land selbst.


Auschwitzfahrt

„Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten.“ (Helmut Kohl)

Unter diesem Motto finden seit 2001 Studienfahrten für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 nach Auschwitz statt.

Mit der Fahrt verfolgen wir im Wesentlichen vier große Ziele. Zunächst geht es um den Erwerb von Sachinformation: Was ist unter Nazideutschland mit den Juden passiert? Dabei geht es um Begrifflichkeiten, Abläufe und Hintergrundinformationen.

Das zweite Ziel unserer Fahrt ist nach dem theoretischen Überbau das Sammeln von Erfahrungen. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Geschichte nicht nur kennen, sondern „erfahren“ und sich ergreifen lassen. Die Dimension des Lagers und der Opfer wird spürbar und Informationen erscheinen in einem anderen Licht.

Beim dritten Ziel gehen wir vom Großen zum Kleinen. Heute gehen wir davon aus, dass in Auschwitz ca. 1,1 Mio. Menschen ermordet wurden. Jeder Mensch war ein Individuum, dem Gott sein Leben geschenkt hat und das ihm auf grausame Weise genommen wurde. Uns ist es wichtig, zu zeigen, dass die Opfer Menschen mit einer Lebensgeschichte waren. Sie haben gelacht, geweint, gehofft und geliebt. Es geht um Empathie, um ein Mitfühlen mit den Opfern.

Unser viertes Ziel ist das Lernen aus der Vergangenheit und damit die Übernahme von Verantwortung für die Zukunft. Wir tragen nicht die Verantwortung für das, was geschehen ist, sondern dafür, dass so etwas nie wieder passiert. Mit dem Wissen, was gewesen ist, sollen Perspektiven aufgezeigt werden, die das weitere Handeln beeinflussen sollen.

Um diese Ziele zu erreichen, haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Bausteine etabliert:

  • Der Studientag zur Vorbereitung dient der inhaltlichen Vorbereitung der Fahrt.
  • Beim Besuch der der Gedenkstätte „Villa ten Hompel“ mit verschiedenen Workshops und den „Tischgesprächen“ wird Geschichte lebendig, denn die Schülerinnen und Schüler erleben einerseits einen Schauspieler, der als Adolf Hitler auftritt, andererseits werden sie mit Schicksalen aus Münster konfrontiert.
  • Wir freuen uns, dass wir in den letzten Jahren die Zeitzeugin Erna de Vries, die das Lager Auschwitz überlebt hat, in unserer Schule begrüßen durften. Frau de Vries ist mit ihrer Mutter nach Auschwitz gekommen und war im Todesblock. In ihrem Vortrag schildert sie ihre Erlebnisse sehr eindringlich. Immer wieder lässt sie einfließen, dass es Menschen gab, die ihr mit kleinen Gesten geholfen haben. Diese kleinen Gesten ließen sie nie die Hoffnung verlieren und gaben ihr die Kraft zu überleben.
  • Fahrt nach Osnabrück: Orte der Erinnerung (Villa Schlikker, Mahnmal „Alte Synagoge“; Gestapokeller; Stolpersteine). Osnabrück ist für viele der Ort, den sie vom Einkaufen o.Ä. kennen. Nun sollen sie ihn aus einem anderen Blickwinkel sehen. Auch aus Osnabrück wurden Menschen deportiert, zuerst nach Riga und dann nach Auschwitz.

Die jährliche Studienfahrt enthält folgende Programmpunkte:

  • Fahrt nach Dresden mit Besichtigung der Frauenkirche als Symbol der Verständigung und Versöhnung
  • Führung durch das Stammlager Auschwitz
  • Besuch der ehemaligen Fabrik von Oskar Schindler
  • Führung durch das jüdische Viertel
  • Führung durch das Lager Auschwitz-Birkenau

Berlinfahrt des SoWi-Kurses der Jahrgangsstufe 9

Die Schülerinnen und Schüler des SoWi-Kurses der Jahrgangsstufe 9 unternehmen im 2. Halbjahr eine mehrtägige Kursfahrt nach Berlin, die fest in das Fahrtenprogramm der Schule aufgenommen ist.

Die Berlinfahrt trägt für die Schülerinnen und Schüler aus dem Schwerpunktfach Sozialwissenschaft unter anderem dazu bei, dass das zentrale Thema „Demokratie“, das zuvor intensiv im Unterricht behandelt wurde, in Form von praktischen Erkundungen und Besuchen einen realen Bezug bekommt. Es besteht oftmals die Gelegenheit auf der Besuchertribüne des Deutschen Bundestages an einer Plenardebatte teilzunehmen und viele bekannte Politiker zu erleben. Ebenso ist es möglich, nach Einladung einer Abgeordneten oder eines Abgeordneten aus dem heimischen Wahlkreis, diese konkret nach ihrer Tätigkeit in Berlin zu befragen bzw. auch nach Mettingen in die Schule einzuladen. Damit die Fahrt finanziell in einem erschwinglichen Rahmen bleibt, besteht die Möglichkeit Zuschüsse - sofern diese noch nicht aufgebraucht sind - z.B. aus dem Budget eines Abgeordneten, über den Bundesrat etc. zu erlangen. Aus dem großen geschichtlichen, politischen und kulturellen Angebot der Stadt werden für die Schülerinnen und Schüler interessante Angebote ausgewählt, wie z.B. die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße, das Holocaust Mahnmal, die Gedenkstätte Hohenschönhausen, das Deutsche Historische Museum, die Hackeschen Höfe, das Brandenburger Tor etc. Die Schülerinnen und Schüler lernen so viele markante Orte kennen, die sichtbare Spuren der Vergangenheit aufweisen. Auf diese Weise rundet die Berlin-Fahrt viele unterrichtliche Themen auf anschauliche und praktische Weise ab und stärkt ebenfalls die Kursgemeinschaft.